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Qualitätsmanagement für Bildungsträger

Definition


Qualitätsmanagement für Bildungsträger umfasst alle systematischen Verfahren, mit denen Bildungsqualität geplant, gemessen, gesichert und verbessert wird.


Es betrifft nicht nur den Unterricht.


Auch Teilnehmeraufnahme, Dozentenmanagement, Beschwerden, Dokumentation und Unternehmensführung gehören dazu.

Bedeutung


Ein Bildungsträger muss zuverlässig sicherstellen, dass definierte Standards nicht nur auf dem Papier existieren.


Qualität muss in den tatsächlichen Prozessen sichtbar sein.


Im AZAV-Bereich besitzt das QM zusätzlich regulatorische Bedeutung.

Gesetzlicher Hintergrund


§ 178 SGB III verlangt für die Trägerzulassung ein System zur Sicherung der Qualität.


§ 2 Abs. 4 AZAV konkretisiert, dass zielgerichtete und systematische Verfahren die Qualität der Leistungen gewährleisten und kontinuierlich verbessern sollen.


Die Verordnung nennt unter anderem Leitbild, Unternehmensführung, eigene Prüfungen, Personalqualifizierung und weitere QM-Elemente.

Voraussetzungen


Ein gutes QM-System benötigt:


  • Leitbild
  • Unternehmensziele
  • klar definierte Prozesse
  • Verantwortlichkeiten
  • interne Prüfungen
  • Teilnehmerbefragungen
  • Kennzahlen
  • Beschwerdemanagement
  • Korrekturmaßnahmen
  • kontinuierliche Verbesserung
  • Managementbewertung


Nicht zwingend erforderlich ist ein überdimensioniertes Handbuch.


Entscheidend ist die Wirksamkeit des Systems.

Ablauf


Ein funktionierender QM-Kreislauf:


  • Qualitätsziele definieren
  • Prozesse gestalten
  • durchführen
  • Kennzahlen messen
  • Teilnehmerfeedback auswerten
  • interne Audits durchführen
  • Probleme analysieren
  • Maßnahmen festlegen
  • Wirkung prüfen
  • System verbessern
  • Benötigte Unterlagen


Beispielsweise:


  • Leitbild
  • Prozessbeschreibungen
  • QM-Handbuch oder vergleichbare Dokumentation
  • Auditberichte
  • Teilnehmerbefragungen
  • Qualitätskennzahlen
  • Beschwerden
  • Maßnahmenpläne
  • Managementbewertung
  • Schulungsnachweise

Kosten


QM verursacht Personal- und Organisationsaufwand.


Ein übermäßig bürokratisches System kann teuer sein.


Deshalb sollte möglichst viel Qualitätssicherung aus den regulären Bildungsprozessen entstehen.


Automatisierung kann den Aufwand stark reduzieren.

Dauer


Qualitätsmanagement hat kein Enddatum.


Es ist ein kontinuierlicher Prozess.


Audits sind nur einzelne Kontrollpunkte innerhalb dieses Systems.


Typische Fehler

  • QM nur für Zertifizierung aufbauen
  • kopiertes Handbuch
  • keine messbaren Qualitätsziele
  • Teilnehmerfeedback ohne Auswertung
  • Maßnahmen ohne Wirksamkeitsprüfung
  • interne Audits kurz vor externem Audit nachholen
  • Qualitätsmanagement vollständig an eine einzelne Person delegieren
  • Praxisbeispiel


Ein Träger stellt fest, dass die Abbruchquote eines bestimmten Kurses steigt.


Das QM analysiert Fehlzeiten, Teilnehmerfeedback und Beratungsergebnisse.


Es zeigt sich, dass viele Teilnehmer bereits zu Kursbeginn unpassende Vorkenntnisse hatten.


Der Aufnahmeprozess wird angepasst.


Nach zwei Kursdurchgängen wird geprüft, ob sich die Abbruchquote verbessert hat.


Das ist gelebtes Qualitätsmanagement.

Bedeutung für Bildungsträger


QM kann ein strategisches Steuerungsinstrument sein.


Die gleichen Daten, die für AZAV benötigt werden, helfen gleichzeitig beim wirtschaftlichen und pädagogischen Management.


Teilnehmerzufriedenheit, Abschlussquote und Abbruchquote sind nicht nur Auditzahlen.


Sie zeigen, wo das Unternehmen besser werden kann.

Digitale Organisation


Sinnvolle Funktionen:


  • KPI-Dashboard
  • Teilnehmerbefragungen
  • Beschwerdemanagement
  • Auditplanung
  • Maßnahmenverfolgung
  • Wirksamkeitsprüfung
  • Dokumentenlenkung
  • Versionsverwaltung
  • Management Review
  • Risikomanagement


Dadurch wird QM in den täglichen Betrieb integriert.

FAQ

Ja. Ein System zur Sicherung der Qualität gehört zu den Trägeranforderungen.


 Nicht automatisch. Entscheidend sind die konkreten AZAV-/SGB-III-Anforderungen.

 

 Eine bestimmte Stellenbezeichnung ist nicht der Kern der AZAV-Anforderung. Verantwortlichkeiten müssen jedoch klar geregelt sein.

 

 Viele Nachweise entstehen direkt aus dem Tagesgeschäft und müssen nicht vor Audits nachträglich zusammengesucht werden.

 


Verwandte Lexikonbegriffe


QM · QMS · QM-Handbuch · Qualitätsziele · Qualitätskennzahlen · internes Audit · Managementbewertung · KVP · Beschwerdemanagement · Teilnehmerzufriedenheit · Wirksamkeitsprüfung · Dokumentenlenkung